Schulte-Mönting, Wilhelm Heinrich Otto Erich
| * 28. August 1897, Wesel † 17. Jaunuar 1976, Soest |
|
Erich Schulte-Mönting war der älteste Sohn des Sekondeleutnants vom 2. Westfälisches Feldartillerie-Regiment Nr. 22 und späteren Oberstleutnant a.D. und Kommandeur vom Feldartillerie-Regiment Nr. 261, Richard Schulte-Mönting, und dessen viereinhalb jahre jüngeren Ehefrau Elise 'Elsa' Helene Hedwig Caroline Clementine Emma, geborene Rademacher. Er trat während des 1. Weltkrieges am 3. Januar 1916 in die Kaiserliche Marine ein. Anfänglich besuchte er bis zum 4. März 1916 die Marineschule in Flensburg-Mürwik. Seine erste Schiffsausbildung erhielt er danach vom 5. März 1916 bis zum 3. August 1916 auf dem Gedeckten Kreuzer SMS "Freya". Danach wurde er auf Schlachtkreuzer "Derfflinger" versetzt. Dort wurde er am 13. Januar 1917 zum Fähnrich zur See befördert. Vom 4. Februar 1918 bis zum 20. April 1918 besuchte er einen Torpedolehrgag auf dem Schulschiff SMS "Württemberg". Ab dem 21. April 1918 wurde er als Wachoffizier auf dem Schlachtkreuzer "Seydlitz" eingesetzt. Dort hat er in Jade am 18. April 1918 das Gutachten der Reife zum Offizier erhalten. Er wurde daraufhin am 19. Juni 1918 zum Leutnant zur See, vorläufig ohne Patent, befördert. Danach wurde er als III. Torpedooffizier, Wachoffizier und Zugführer auf dem Schlachtkreuzer "Seydlitz" eingesetzt. Ab dem 3. Oktober 1918 wurde er als Wach- und Signaloffizier in die 18. Torpedoboot-Halbflottille versetzt und später auf dem Kreuzer "Königsberg" als Divisions- und Rollenoffizier verwendet. Er unterschrieb auf diesem Schiff am 8. Februar 1920 den Verpflichtungsschein für die Reichsmarine. Am 18. März 1920 wurde er als Rollenoffizier auf den Kreuzer "Hamburg" versetzt. Erst am 16. Dezember 1920 erfolgte durch den Chef der Marinestation der Nordsee, Konteradmiral Hans Zenker, die Entscheidung ihn in die neue Reichsmarine einzustellen, nachdem er wenige Tage zuvor auf die neue Reichsverfassung vereidigt wurde. Er hat am 14. Mai 1921 sein vorläufiges Patent als Leutnant zur See vom 19. Juni 1918 (7) erhalten. Mit dem Kreuzer "Hamburg" besuchte er im Juni 1921 die Shetland-Inseln. Danach war er vom 18. Juli 1921 bis zum 28. August 1921 auf hoher See um eine 1915 gelegte Minensperre im Eismeer zu beseitigen. Vom 3. Oktober 1921 bis zum 17. Dezember 1921 wurde er für einen Navigationslehrgag auf das Vermessungsschiff "Panther" kommandiert. Danach kehrte er wieder auf den Kreuzer "Hamburg" zurück. Am 11. Januar 1922 wurde er als Zugführer zur 8. Kompanie der II. Abteilung der Schiffstammdivision der Nordsee versetzt. Er hat am 6. März 1922 sein vorläufiges Patent als Leutnant zur See vom 19. Juni 1918 (7) erhalten. Ab dem 1. April 1922 wurde er als Torpedo- und Schriftoffizier auf das Torpedoboot "V 3" versetzt, welches zur 3. Torpedoboots-Halbflottille der II. Torpedobootsflottille gehörte. Zum 1. April 1922 (14) wurde er auch zum Oberleutnant zur See befördert. Ab dem 1. Oktober 1924 wurde er auf dem Torpedoboot "V 6" als stellvertretender Kommandant eingesetzt. Ab dem 26. Februar 1925 wurde er beim Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte als Flaggleutnat verwendet. Am 5. Januar 1926 wurde er in das Reichswehrministerium (RWM) zur Marineleitung versetzt. Dort wurde er als 2. Adjutant des Chefs der Marineleitung und Ordonanzoffizier des Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall a.D. Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, verwendet. Er heiratete am 3. Juli 1926 die über sechs Jahre jüngere Christine Wilhelmine Elisabeth Rademacher, Tochter vom Geheimen Regierungsrat und Landrat Leopold Rademacher, in Wesermünde. Zum 1. März 1929 wurde er zum Kapitänleutnant befördert. Am 23. September 1929 wurde er als Nachfolger von Kapitänleutnant Günther Schubert als Kommandant auf das Torpedoboot "Luchs" versetzt. Mit diesem gehörte er zur 3. Torpedoboots-Halbflottille der II. Torpedobootsflottille, bei der er auch als Personalreferent tätig war. Mit dem Boot war er vom 3. April 1930 bis zum 16. Juni 1930 auf hoher See, als er es bei der Mittelmeerreise der Flotte führte. Im folgenden Jahr war vom 17. Juni 1931 bis zum 30. Juni 1931 auf hoher See, als das Boot an der Sommerreise in norwegische Gewässer teilnahm. Am 30. September 1931 gab er sein Kommando über das Torpedoboot "Luchs" an Oberleutnant zur See Gottfried Pönitz ab. Von Herbst 1931 bis zum 6. August 1933 besuchte er einen Lehrgang der Führergehilfenausbildung der Marine. Bereits am 20. Juni 1933 wurde er mit Wirkung vom 7. August 1933 vorzeitig vom Führergehilfenlehrgang abkommandiert, wodurch er 2-3 abschließende Arbeitswochen in Kiel, das Flottentorpedoschießen und die Herbstübungen verpaßte. Dafür wurde er an diesem Tag als Nachfolger von Kapitänleutnant Martin Baltzer zum Adjutant des Chefs der Marineleitung, Admiral Dr. phil. h.c. Erich Raeder, ernannt. Diese Funktion übte er mehrere Jahre aus. Vom 14. August 1933 bis zum 19. August 1933 wurde er zu einer Luftschutzübungsreise kommandiert. Zum 1. April 1935 (21) wurde er zum Korvettenkapitän befördert. Seine Position hieß ab dem 1. Juni 1935 Adjutant des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, er blieb aber weiterhin für Admiral, später Generaladmiral, Dr. phil. h.c. Erich Raeder zuständig. Am 1. Juni 1937 wurde er durch Korvettenkapitän Herbert Friedrichs abgelöst und dafür zum Kommandeur der Ausbildungsabteilung der 2. Zerstörerdivision. Am 15. September 1937 wurde er als erster Kommandant auf den neuen Zerstörer Z7 "Hermann Schoenemann" versetzt. Ende Oktober 1938 wurde er durch Korvettenkapitän Theodor Detmers abgelöst. Er wurde zur Übernahme des Postens als Chef des Stabes beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine kommandiert. Am 5. Januar 1939 wurde er zum Chef des Stabes beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ernannt. Diese Position behielt er auch bei Ausbruch des 2. Weltkrieges noch für einige Jahre weiterhin bei. Die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 29. September 1939 verliehen. Zum 1. April 1940 (7) wurde er zum Kapitän zur See befördert. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 21. April 1940 verliehen. Das Deutsche Kreuz in Silber wurde ihm am 25. Juni 1942 verliehen. Er erhielt in der Position auch sehr viele ausländische Orden aus Ungarn, Spanien, Jugoslawien, Finnland, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Schweden und Japan. Als der Oberbefehl am 30. Januar 1943 auf den Großadmiral Karl Dönitz überging, blieb er weiter Chef des Stabes. Auch bei seiner Beförderung zum Komteradmiral zum 1. März 1943 (4) war er noch Chef des Stabes beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Er wohnte damals privat in der Villa Kuthe in der Drakestraße 70 in Berlin-Lichterfelde, wo er die Telefonnummer 738120 hatte. Erst Mitte Februar 1944 wurde er von dem Posten verabschiedet. Am 15. März 1944 wurde er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Kommandant der Seeverteidigung Languedoc in Montpellier beauftragt. Am 5. April 1944 wurde er als Nachfolger von Konteradmiral Adalbert Zuckerschwerdt zum Kommandant der Seeverteidigung Languedoc ernannt. Damit unterstand er jetzt dem Kommandierenden Admiral französische Südküste. Seine Dienststelle wurde im Zuge der Räumung Frankreichs Anfang September 1944 aufgelöst. Am 8. November 1944 wurde er als Nachfolger von Vizeadmiral Leopold Siemens zum Kommandierenden Admiral der norwegischen Nordküste in Trondheim ernannt. Am 1. April 1945 wurde er zum Vizeadmiral befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 20. April 1945 festgelegt. Bei der Kapitulation der Wehrmacht Anfang Mai 1945 blieb seine Dienststelle noch für einige Monate bestehen, um die deutschen Truppen in die Heimat zurückzuführen. Erich Schulte Mönting wurde Ende August 1945 in westallierte Gefangenschaft genommen. Am 15. März 1946 wurde er in das London District Cage (LDC), einem Verhörzentrum der britischen Armee, eingliefert. Er wurde vor dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg als Zeuge der Verteidigung gehört. Aus der Gefangenschaft wurde er im Juli 1947 entlassen.
Aus der am 18. April 1895 in Wesel geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch
Geschwister bekannt:
Seine ältere Schwester war die am 23. April 1896 in
Wesel geborene Margarethe Schulte-Mönting.
Sein jüngerer Bruder war der am
22. Oktober 1899 in Minden geborene Leopold Wilhelm Gustav
Werner Schulte-Mönting. Sein Bruder heiratete
am 28. November 1939 in Düsseldorf. Er war 1941 Führer beim
Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in Düsseldorf. Sein Bruder Werner
Schulte-Mönting starb am 21.
August 1963.
Ein weiterer jüngerer Bruder war der am 28. Januar 1901 in
Minden geborene Friedrich Ernst Paul Walther
Schulte-Mönting. Dieser Bruder starb ledig als Bauarbeiter am 28. Juli 1948 in
seiner Wohnung in der Sven-Hedin-Straße 57 in Berlin-Zehlendorf. Als
Todesursache wurde Wassersucht infolge Schrumpfniere und Herzmuskelschwäche
angegeben.
Literatur und Quellen:
Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band
2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Pers 6/2470