Zusckschwerdt, Adalbert

 

* 1. Januar 1874, Worbis

† 1. Juli 1945, Garmisch-Partenkirchen

 

 

Adalbert Zuckschwerdt trat am 4. April 1893 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und anschließen seine Bordausbildung auf dem Schulschiff SMS Stosch. Am 3. April 1894 wurde er auf das Schulschiff SMS Gneisenau versetzt und dort am 8. Mai 1894 zum Seekadetten befördert. Am 29. März 1895 folgte seine Versetzung auf das Panzerschiff SMS Baden. Zwischen dem 1. Oktober 1895 und dem 14. September 1896  besuchte er die Marineschule und wurde im Anschluß zum Unterleutnant zur See befördert. Anschließend diente er auf dem Kreuzer SMS Kaiserin Augusteund ab dem 8. November 1897 als Kompanieführer bei der III. Matrosen-Artillerie-Abteilung. Am 1. April 1898 wurde er Wachoffizier auf dem Schulschiff SMS Sophie. Am 1. Januar 1899 wurde sein Dienstgrad in Leutnant zur See umbenannt. Ab dem 5. Mai 1899 diente Adalbert Zuckschwerdt als Wachoffizier auf dem Aviso SMS Loreley und ab dem 29. März 1900 auf dem Artillerieschulschiff SMS Mars. Hier wurde er am 9. April 1900 zum Oberleutnant zur See befördert. Zwischen dem 28. September 1901 und dem 29. März 1902 war er zugleich Kommandant des Tenders SMS Ulan. Am 1. April 1902 folgte seine Versetzung als Wachoffizier auf das Linienschiff SMS Baden und ab dem 1. Oktober 1902 war er Kompanie-Offizier und Adjutant bei der III. Matrosen-Artillerie-Abteilung. Zwischen dem 1. Oktober 1904 und dem 3. Oktober 1906 war er Artillerie-Offizier auf den Großen Kreuzern SMS Prinz Heinrich uns SMS Roon. Während dieser Zeit wurde er am 10. Dezember 1904 zum Kapitänleutnant befördert. Im Anschluß an seine Bordverwendung war Adalbert Zuckschwerdt bis zum 22. September 1909 Lehrer an der Schiffsartillerieschule. Danach war er Navigations-, bzw. Erster Offizier auf dem Linienschiff SMS Hessen, wo er am 10. April 1911 zum Korvettenkapitän befördert wurde. Am 12. Februar 1913 reiste Adalbert Zuckschwerdt mit dem Dampfer Roon nach Sydney, wo er am 7. April 1913 das Kommando über das zum Kanonenboot umklassifizierten Kleinen Kreuzer SMS Cormoran übernahm. Nach einem Einsatz mit einem Landungskorps gegen Stammesfehden auf Bougainville vom 22. bis 27. Februar 1914 lief die SMS Cormoran am 30. Mai 1914 in Tsingtau ein. Dort sollte das Boot grundüberholt werden. Bei der Mobilmachung zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde SMS Cormoran am 6. August 1914 außer Dienst gestellt. Adalbert Zuckschwerdt übernahm mit seiner Besatzung am 8. August den Hilfskreuzer Cormoran, eine zuvor von dem Kleinen Kreuzer SMS Emden in den ersten Kriegstagen in der Koreastraße aufgebrachte Prise. Am 10. August 1914 erhielt Kapitän Zuckschwerdt den Befehl, in Ostasiatischen Gewässern Kreuzerkrieg zu führen. Wegen akutem Mangel an Kohlen musste sich die Cormoran am 14. Dezember 1914 auf Guam internieren lassen, ohne ein gegnerisches Schiff aufgebracht zu haben. Nach dem Kriegseintritt der USA wurde Adalbert Zuckschwerdt zusammen mit seiner Besatzung als Kriegsgefangener in die USA überführt. Nach Kriegsende 1919 wurde er entlassen und kehrte im Oktober 1919 nach Deutschland zurück. Hier wurde er am 24. November 1919 zum Fregattenkapitän befördert und schied aus dem Militärdienst aus. Am 19. Februar 1920 wurde ihm nachträglich noch der Charakter zum Kapitän zur See verliehen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Adalbert Zuckschwerdt nach der Besetzung Frankreichs als Offizier a.D. ab dem 28. August 1940 zum Hafenkommandanten von Nieuwpoort ernannt. Später war er Hafenkommandant von Calais. Am 23. Februar 1941 wurde er Kommandant der Seeverteidigung der Loire-Mündung ernannt. Am 1. September 1941 erhielt er sein Patent als Kapitän zur See z.V. und am 1. März 1943 wurde er zum Konteradmiral z.V. befördert. Ab dem 1. September 1943 fungierte er dann als Kommandant der Seeverteidigung Languedoc. Am 31. Mai 1944 wurde er aus dem Dienst verabschiedet, geriet aber trotzdem am 14. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft, in der er am 1. Juli 1945 verstarb.

 

Literatur und Quellen:

Dermot Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945 Band 3: P-Z Biblio Verlag, Osnabrück 1990