Steffan, Otto Werner
| * 26. Dezember 1890, Wiesloch, Kreis Heidelberg † 8. August 1973, Konstanz |
|
Werner Steffan war ein Sohn des Medizinalrats Joseph Anton Steffan und dessen Ehefrau Lucy Margarethe Constanze, geborene Eisen. Er besuchte das Gymnasien in Donaueschingen, wo er auch das Abitur bestanden hat. Er trat nach seinem Abitur am 3. April 1907 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er kam zuerst vom 3. April 1907 bis zum 8. April 1907 zur Marineschule Kiel. Es folgte vom 9. April 1907 bis zum 10. Mai 1907 seine 1. Infanteristische Grundausbildung, an die sich direkt vom 11. Mai 1907 bis zum 31. März 1908 seine Schiffsausbildung bei Sekadettendetachement auf dem Schulschiff der Gedeckten Korvette SMS "Moltke" anschloß. Mit dem Schiff unter Fregattenkapitän, später Kapitän zur See, Hugo Louran machte er erste Ausbildungsfahrten in der Ostsee. Später reiste er mit diesem nach Südamerika, wo er Rio de Janeiro besichtigte und dann nach Westindien reiste. Zum Ende der Reise kehrte er mit dem Schiff am 23. März 1908 wieder nach Kiel zurück, wo es am 7. April 1908 außer Dienst gestellt wurde. Er selbst kam bereits nach der Reise anschließend für den Offizierkursus vom 1. April 1908 bis zum 31. März 1909 an die Marineschule in Mürwik, wo er der 7. Inspektion zugeteilt wurde. Dabei wurde er unter Erteilung des Reifezeugnis zum Fähnrich zur See am 21. April 1908 (X4x) auch zum Fähnrich zur See befördert. Sein Vater starb als Kreisoberhebearzt und Medizinalrat am 4. November 1908 an einem Gehirngeschwulst. Nachdem er die Schule erfolgreich absolviert hatte, absolvierte er danach verschiedene Spezialkurse. Zuerst absolviere er vom 1. April 1909 bis zum 30. Juni 1909 einen Artillerielehrgang an der Schiffsartillerieschule. Vom 1. Juli 1909 bis zum 31. August 1909 absolvierte er einen Torpedokurs an Bord der SMS "Württemberg". Es folgte vom 1. September 1909 bis zum 30. September 1909 beim I. Seebataillon ein Infanteriekursus. Am 1. Oktober 1909 wurde er auf das Linienschiff "Wittelsbach" versetzt, welches zum I. Geschwader der Hochseeflotte gehörte. Am 30. Oktober 1909 wurde sein Patent als Fähnrich zur See auf den 21. April 1908 (X3x) festgelegt. Vom 3. April 1910 bis zum 1. Mai 1910 war er zu einem F.T.-Lehrgang auf die SMS "Württemberg" kommandiert. Danach kehrte er wieder auf die "Wittelsbach" zurück und blieb an Bord, bis er nach der Außerdienststellung seines bisherigen Schiffes am 21. September 1910 auf das Linienschiff "Posen" versetzt wurde. Dabei handelte es sich um das erst vor kurzem Indienstgestellte neue Flaggschiff des II. Admirals der Hochseeflotte. Am 28. September 1910 (G4g) erfolgte dort unter Bestätigung des ihm erteilten Reifezeugnisses zum Seeoffizier seine Beförderung zum Leutnant zur See. Auch bei seiner Beförderung zum Oberleutnant zur See am 27. September 1913 (C4c) war er noch als Adjutant an Bord der "Posen". Am 1. Oktober 1913 wurde er zur Verfügung der II. Matrosendivision gestellt. Am 9. Oktober 1913 schiffte er sich als Passagier auf dem Dampfer "Eleonore Woermann" nach Westafrike ein. Bei der Ausreise passierte er die Linie Dover-Calais am 11. Oktber 1913. Am 5. November 1913 kam er als Wachoffizier an Bord des Kanonenschiffs SMS "Eber", unter Korvettenkapitän Julius Wirth, welches damals als Stationsschiff vor Afrika Dienst tat. Es war zu dieser Zeit mit dem Vermessungsdienst im Golf von Guinea beschäftigt. Weihnachten verbrachte es vor Kamerun, wo das Kanonenboot mit dem Schwesterboot "Panther" und der sogenannten "Detachierten Division" unter Konteradmiral Hubert von Rebeur-Paschwitz (Linienschiffe "Kaiser" und "König Albert", Kleiner Kreuzer "Straßburg") zusammentraf. 1914 nahm sein Schiff die Vermessungsarbeiten wieder auf. Am 12. Juni 1914 meldete er sich krank, wegen eines taubeneigroßen Geschwulstes in der linken Achselhöhle, welches von einer entzündeten Lymphdrüse entstanden war. Im Frühsommer 1914 verlegte die "Eber" nach Kapstadt, wo sie eingedockt werden sollte. Am 14. Juni 1914 schnitt man das Geschwulst auf, was eine Eiterentleerung zur Folge hatte. Noch während der Behandlung verschlechterte sich am 22. Juni 1914 sein Zustand und er litt unter Schüttelfrost und hohem Fieber. Dabei wurde eine Malaria tertiana festgestellt. Am 28. Juni 1914 verschlechterte sich der Zustand der Achselhöhle erheblich und auch das zurückgegangene hohe Fieber kehrte wieder zurück. Er wurde am 1. Juli 1914 in das Nursing Home Hospital in Kapstadt entlassen, wo ein deutscher Facharzt die weitere Behandlung übernahm, da die Bedingungen an Bord nicht der Heilung förderlich waren. Wegen der Warnhinweise auf einen drohenden Krieg lief sie aber wieder aus. Sie hatte seit dem 30. Juli 1914 Funkverbindung mit der Küstenfunkstation Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika, wo man am Abend des 1. August 1914 eintraf. Nach Kohlenübernahme verließ die "Eber" die Lüderitzbucht am Morgen des 3. August 1914 mit Kurs in Richtung Südamerika zur brasilianischen Insel Trindade. Diese befindet sich etwa 900 Seemeilen vor der brasilianischen Küste. Auf dieser Reise wurde sie von den deutschen Handelsdampfern "Alarich", "Adelaide", "Steiermark" und "Gertrud Woermann" begleitet. Der neue Kommandant der "Eber", Korvettenkapitän Max Leonhardi, wurde auf der Anreise zur Übernahme des Kommandos gefangen genommen und in Madeira interniert. Die "Eber" traf am 20. August 1914 kurz mit dem Kleinen Kreuzer "Dresden" zusammen. Am 23. August 1914 erschien, von Montevideo kommend, das deutsche Passagier-Schnelldampfer "Cap Trafalgar" und die "Eber" transferierte ihre Geschütze, Munition und einen Teil ihrer Besatzung, um das Passagierschiff zum Hilfskreuzer zu machen, damit sie anschließend Handelskrieg führen sollte. Am 4. September 1914 trennten sich die Schiffe. Am 14. September 1914 wurde das Schiff vom britischen Hilfskreuzer "Carmania" entdeckt. Im anschließenden Gefecht schaffte die "Cap Trafalgar" die Carmania schwer zu beschädigen, wurde aber selbst versenkt. Er selbst hatte in dem Gefecht am achternen 10,5 cm-Geschütz seine Gefechtsstation und erlitt dabei eine Verletzung beider Trommelfelle. Die Masse der Besatzung konnte von der "Eleonore Woermann" vom 16. September 1914 bis zum 24. September 1914 nach Buenos Aires gebracht wurden, wo sie interniert wurden. Auf der Isla Martin Garcia beantragte er wegen Schwerhörigkeit eine Dienstbeschädigung. Am 2. März 1917 gelang ihm die Flucht aus der Internierung und vom 3. März 1917 bis zum 3. April 1917 reiste er als Zwischendeckspassagier mit dem Dampfer "Infanta Isabel de Borbon" nach Cadiz in Spanien. Nach der Ankunft wurde er ab dem 4. April 1917 dem Admiralstab der Marine zugeteilt. Dort wurde er als Nachrichtenoffizier dem Marine-Attaché in Madrid zugeteilt. Am 30. Juni 1917 wurde er zum II. Marine-Attaché in der Botschaft in Madrid ernannt. Am 7. Januar 1918 wurde er zum I. Marineattaché ernannt. Als solcher wurde er am 17. März 1918 (E) zum Kapitänleutnant befördert. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 9. Oktober 1918 verliehen. Nach Ende des 1. Weltkrieges reiste er vom 11. Januar 1919 bis zum 22. Januar 1919 via Frankreich nach Deutschland, wobei er die Reichsgrenze am 19. Januar 1919 passiert hat. Dort wurde er dem Reichsmarineamt zugeteilt. Vom 9. Februar 1919 bis zum 9. Mai 1919 wurde er beurlaubt. Am 10. Mai 1919 wurde er zur Verfügung der Marinestation der Nordsee gestellt. Ab dem 19. Mai 1919 wurde er bei der Zweigstelle Bremerhaven der Schiffsbesichtigungskommission (S.B.K.) als Referent eingesetzt. Er wurde am 2. September 1919 auf die Reichsverfassung vereidigt. Später wurde er als Referent bei der Dienststelle der Admiralität in Geestemünde und Bremen verwendet. Er war dort zeitweise auch Verbindungsoffizier zur Marinefriedenskommission. Er wohnte damals privat in der 1. Etage der Lloydstraße 19 in Beremerhaven. Durch die Umbenennung der Einrichtung am 15. September 1920 gehörte er zur Dienststelle der Marineleitung in Bremen. Am 18. April 1921 wurde er zur Marineleitung versetzt. Dort wurde er die nächsten Jahre als Referent in der Flottenabteilung (A II) vom Marinekommandoamt (A) eingesetzt. Er heiratete am 9. März 1922 die fast drei Jahre jüngere Witwe Hertha Julie Carla Mathilde von Heider, geborene von Grapow, Witwe des am 28. November 1914 im Lazarett Kiel gestorbenen Oberleutnant zur See Karl Wilhelm von Heider, Tochter des Admiral z.D. Max Wilhelm Ludwig Heinrich von Grapow. Trauzeuge war sein fünf Jahre älterer Bruder Marinestabsarzt, Doktor der Medizin Paul Steffan, aus Hamburg. Seine Frau brachte die am 24. Juni 1915 geborene Stieftochter Wilhelmine von Heider mit in die Ehe ein. Seine älteste Tochter war die am 27. November 1922 in Berlin-Lichterfelde geborene Lucy Margarethe Hertha Steffan. Sein Schwiegervater starb am 4. März 1924 im Alter von 62 Jahren in Rapallo in Italien. Vom 31. August 1924 bis zum 6. September 1924 wurde er zu Verbandsübungen auf den Kreuzer "Berlin" kommandiert. Nachdem er danach bis zum 14. September 1924 wieder in der Flottenabteilung Dienst getan hatte, wurde er am 15. September 1924 als Nachfolger von Kapitänleutnant Conrad Patzig als Navigationsoffizier auf den Kreuzer "Berlin" (Standort Kiel) versetzt. Seine mittlere Tochter war die am 25. September 1924 geborene Maria Steffan. Am 28. April 1925 wurde er durch Kapitänleutnant Otto Hormel abgelöst und dafür zur Dienstleistung zur Kommandantur Swinemünde kommandiert. Am 1. Oktober 1925 wurde er zur Marinestation der Nordsee nach Wilhelmshaven versetzt. Von dort wurde er direkt als Marine-Verbindungsoffizier zum Stabe der 1. Division der Reichswehr (Wehrkreiskommando I) nach Königsberg kommandiert. Ab dem 8. März 1926 wurde er zeitweise als Vertreter des 2. Admiralstabsoffiziers (2. Asto) zur Marinestation der Ostsee nach Kiel kommandiert. Am 1. Oktober 1926 (3) wurde er zum Korvettenkapitän befördert. Vom 6. Dezember 1926 bis zum 10. Dezember 1926 wurde er zu einem Torpedo-Stabsoffizier-Lehrgang zur Torpedo- und Nachrichtenschule (T.N.S.) nach Flensburg-Mürwik kommandiert. Vom 12. März 1927 bis zum 5. Februar 1928 wurde er als Navigationsoffizier auf der "Schlesien" verwendet. Seine jüngste Tochter war die am 13. Dezember 1927 in Wilhelmshaven geborene Adelheid Steffan. Vom 6. Februar 1928 bis zum 11. Februar 1928 wurde er zu einem Stabsoffizier-Lehrgang im Nachrichtenwesen wieder zur T.N.S. kommandiert. Privat wohnte er damals in der Bismarckstraße 106 in Wilhelmshaven. Vom 17. Februar 1929 bis zum 24. Februar 1929 wurde er zu einem Gasschutzlehrgang nach Berlin kommandiert. Ab dem 26. März 1929 wurde er als I. Admiralstabsoffizier (I. Asto) beim Befehlshaber der leichten Seestreitkräfte der Nordsee (B.l.N.) verwendet. Durch die Umbenennung des Stabes gehörte er ab dem 1. Januar 1930 als I. Asto zum Befehlshaber der Linienschiffe (B.d.L.). Am 25. September 1930 wurde er durch Korvettenkapitän Hans Hubertus von Stosch als I. Asto beim B.d.L. abgelöst. Dafür wurde er am nächsten Tag als Nachfolger von Fregattenkapitän Ernst Krafft zum Kommandeur der II. Marineartillerieabteilung in Wilhelmshaven ernannt. Vom 8. Dezember 1930 bis zum 11. Dezember 1930 wurde er zur Information bei einem laufenden Flaklehrgang zur Küstenartillerieschule (K.A.S.) nach Wilhelmshaven kommandiert. Vom 13. Januar 1931 bis zum 17. Januar 1931 wurde er zu einem Lehrgang für Stabsoffiziere in Führerstellen kommandiert. Den Militärführerschein der Klasse 3 b hat er am 2. Mai 1931 erworben. Vom 19. September 1931 bis zum 23. September 1931 wurde er zu einem Schießlehrgang für schwere Infanteriewaffen auf den Truppenübungsplatz Döberitz kommandiert. Am 1. April 1932 (1) wurde er zum Fregattenkapitän befördert. Ende September 1932 wurde er durch Korvettenkapitän Hans-Udo von Treschkow als Abteilungskommandeur der II. Marine-Artillerie-Abteilung abgelöst und dafür als Vorstand der Zentralabteilung zum Marinearsenal Kiel versetzt. Dort wurde er vom 19. Juli 1933 bis zum 19. August 1933 sogar für Kapitän zur See Oskar Wehr als stellvertretender Kommandant vom Marinearsenal Kiel verwendet. Vom 28. August 1933 bis zum 2. September 1933 wurde er zu einem Stabsoffizierlehrgang zur Sperrschule kommandiert. Vom 4. September 1933 bis zum 9. September 1933 besuchte er einen Stabsoffizierartillerielehrgang an der Schiffsartillerieschule. Er wurde Ende September 1933 abgelöst und dafür vom 27. September 1933 bis zum 30. September 1933 zur Verfügung des Chefs der Marineleitung gestellt. Zum 1. Oktober 1933 wurde er zum Marineattaché der Nordischen Reiche bei den Gesandtschaften in Stockholm, Kopenhagen, Oslo und Helsingfors mit dem Sitz in Stockholm ernannt. Dabei bestand sein Auftrag in der nachrichtendienstlichen Ausspähung der Häfen und Schifffahrtslinien seines Gastlandes und warb Informanten für die Abwehr an. Als Marineattaché der Nordischen Reiche wurde er zum 1. April 1934 (1) zum Kapitän zur See befördert. Am 1. Juni 1937 wurde er als Marineattaché für die Gesandtschaft Helsingfors (Finnland) durch Kapitän zur See Reimar von Bonin abgelöst, der gleichzeitig auch für die Gesandtschaften Riga und Reval mit Sitz in Helsingfors zuständig wurde. Zum 1. April 1939 (3) wurde ihm der Charakter als Konteradmiral verliehen. Seine Stieftochter Wilhelmine von Heider starb im Jahr 1939 im Alter von 24 Jahren. Er war auch bei Beginn des 2. Weltkrieges noch Marineattaché in Stockholm. Zum 1. November 1939 (4) wurde er zum Konteradmiral befördert. Anfang April 1940 wurde er aufgrund von politischem Druck aus Stockholm abberufen. Sein Dienst als Marineattaché endete offiziell am 30. April 1940. Sein Nachfolger wurde der anderthalb Jahre jüngere Korvettenkapitän Paul von Wahlert. Von Ende Juli 1940 bis zum 25. August 1940 war er mit der Wahrnehmung der Geschäfte als Admiral der Kriegsmarinedienststelle Danzig beauftragt. Am 26. August 1940 wurde er zum Admiral der Kriegsmarinedienststelle Danzig ernannt. Vom 6. Oktober 1941 bis zum 25. Oktober 1941 erhielt er Erholungsurlaub. Vom 4. Mai 1942 bis zum 20. Mai 1942 erhielt er wieder Erholungsurlaub zugesprochen. Am 10. August 1942 wurde er mit Wirkung vom 31. August 1942 unter Verleihung des Rechts zum Tragen der bisherigen Uniform aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. Er wurde aber mit dem 1. September 1942 wieder zur Verfügung der Kriegsmarine gestellt. Er blieb als Konteradmiral z.V. weiter Admiral der Kriegsmarinedienststelle Danzig und Königsberg. Sein privater Wohnsitz befand sich in der Gralathstraße 2 in Danzig-Langfuhr. Seine älteste Tochter Margarethe heiratete am 21. April 1943 den viereinhalb Jahre jüngeren Feldunterarzt Wolfgang Ewald Klose, ältester Sohn vom Verkehrsdirektor und Flugzeugingenieur Ewald Paul Ferdinand Klose, in Danzig. Erst im Juli 1944 gab er seine Stellung als Chef der Kriegsmarinedienststelle Danzig und Königsberg auf und wurde am 7. Juli 1944 mit Wirkung vom 31. Juli 1944 unter Verleihung des Rechts zum Tragen der bisherigen Uniform aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. Bei Kriegsende ist er unter Verlust seines Hausstandes aus Danzig zu seinem Sommerwohnsitz nach Litzelstetten über Konstanz geflohen. Dort war er nach dem Krieg als kaufmännischer Vertreter tätig. Später betrieb er die Generalagentur der Colonia-Versicherungs-Gesellschaft. Privat war er auch als Maler von Bodenseelandschaften und Schriftsteller aktiv. Seine Mutter starb am 15. Januar 1950 in Norsingen bei Freiburg im Breisgau. Ab 1956 war er 1. Vorsitzender der Marinekameradschaft Konstanz. Seine Schwiegermutter Leonore Emma Catherine von Grapow, geborene Miessner starb am 18. November 1959 in Konstanz. Kurz vor seinem Lebensende war er Ehrenvorsitzender der Marinekameradschaft Konstanz. Er starb im Sommer 1973 in Konstanz. Seine Witwe Hertha Steffan starb am 26. Juni 1976 in Konstanz.
Aus der am 17. April 1884 in Konstanz geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch
zwei Geschwister bekannt.
Sein ältester Bruder war der am 9. März 1885 in
Wiesloch geborene Karl Paul Albert Herbert
Steffan. Dieser schlug die Laufbahn als Mediziner in der Marine ein. Er trat im
April 1906 in die Kaiserliche Marine ein. Er studierte Medizin an der
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und gehörte seither der Freiburger
Burschenschaft Alemannia an. Danach wurde er am 9. Juli 1912 bei der
Marinestation der Nordsee zum Marin-Assistenz-Arzt befördert. Er wurde am 15.
Juli 1913 zum Marine-Oberassistenzarzt berfördert. Am 22. März 1914 (M) wurde er
zum Marine-Stabsarzt befördert. Damals war er in der Bakteriologischen Abteilung
der hygienischen Untersuchungsstelle der Ostseestation tätig. Er war Anfang 1914
auf dem Schulschiff "Württemberg" im Einsatz. Er wurde im Krieg Schiffsarzt auf
den Kleinen Kreuzer "Arcona". Ab Juni 1917 war er Schiffsarzt auf der "Bremse".
Er wurde nach dem Krieg in die Reichsmarine übernommen. 1923 war er im
Marinelazarett Kiel-Wik tätig. Zusätzlich war er 1924 Soldatenfamilienarzt der
Marinestation der Ostsee. 1925 gehörte er neben der Tätigkeit als
Soldatenfamilienarzt zur Hygiene-Untersuchungs-Stelle im Sanitätsamt der
Marinestation der Ostsee. Am 1. Juli 1925 wurde er zum Marine-Oberstabsarzt
befördert. Als solcher wurde er 1926/27 in das Reichswehrministerium (RWM) nach
Berlin versetzt. Dort wurde er in der Marinemedizinalabteilung (G) bei der
Marineleitung (M L) eingesetzt. Er heiratete am 16. April 1927 (standesamtlich)
und 17. April 1927 (kirchlich) in zweiter Ehe die fast genau zwanzig jahre
jüngere Ärztin Irene Eisen, Tochter vom Dekan Wilhelm Eisen,in Sinsheim. Seine
Tochter Margarete Liselotte Wilhelmine Steffan wurde am 22. Januar 1928 geboren.
Er heiratete nach einer erneuten Scheidung am 8. Oktober 1929 in dritter Ehe die
gerade einmal ein Jahr jüngere geschiedene Martha
Magdalena Alwine Krueger, geborene Adermann, Ex-Ehefrau des Arztes Dr. med.
Hermann Wilhelm Krueger, Tochter des verstorbenen Bankbeamten Wilhelm Adermann,
in Berlin-Wilmersdorf. Er selbst wohnte damals in der Hegelstraße 14 in
Rüstringen. Am 1. Februar 1930 (2) wurde er zum Marine-Generaloberarzt
befördert. Als solcher wurde er zum Chefarzt vom Marinelazarett Wilhelmshaven
ernannt. Gleichzeitig war er auch Vorstand der Marine-Sanitäts-Depot-Abteilung
Wilhelmshaven. Sein Sohn wurde im Jahr 1930 in Wilhelmshaven geboren. Am 1.
Oktober 1933 wurde er als solcher zum Flottenarzt (E) ernannt. Von April 1935
bis März 1942 war er Referent in der Marinemedizinalabteilung im Oberkommando
der Kriegsmarine (OKM). Anschließend war er bis Februar 1944 Chefarzt am
Marinelazarett Gotenhafen. Am 28. Februar 1944 wurde er z. V. gestellt und am
31. Dezember 1944 aus der Marine verabschiedet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war
er ab 1949 Gerichtlicher Sachverständiger für Blutgruppenbegutachtung, Leiter
der Blutgruppenabteilung des Gerichtsmedizinischen Untersuchungsamtes des
Landesgesundheitsamtes von Berlin und des Laboratoriums für Blutuntersuchung und
Blutgruppenforschung Nikolassee. Im Jahr 1953 zog er nach Freiburg im Breisgau.
Der Bruder starb am 27. Mai 1957 in Freiburg im Breisgau, wo er am 31. Mai 1957
auch beigesetzt wurde.
Ein weiterer älterer Bruder war der am 30. Januar
1886 in Wiesloch geborene Hans Joseph Steffan. Dieser Bruder schlug die Laufbahn
als Infanterieoffizier ein. Er wurde nach dem Besuch der Kriegsschule mit einem
Patent vom 14. Februar 1906 (E1) zum Leutnant befördert. Danach wurde er als
Kompanieoffizier in der 3. Kompanie vom 8. Badisches Infanterie-Regiment "Kaiser
Friedrich III." in Konstanz eingesetzt. Im Herbst 1908 wurde er in gleicher
Funktion in die 1. Kompanie seines Regiments am gleichen Standort versetzt. Im
Herbst 1909 wurde er als Kompanieoffizier in die 11. Kompanie seines Regiments
versetzt, die sich auf der Burg Hohenzollern befand. Ein Jahr später kam er in
gleicher Funktion in die 10. Kompanie seines Regiments wieder nach Konstanz. Im
Frühjahr 1912 gehörte er als Kompanieoffizier zur MG-Kompanie seines Regiments
am gleichen Standort. Am 1. Oktober 1912 wurde er als Nachfolger von
Oberleutnant Götz Adjutant des III. Bataillons vom 8. Badisches
Infanterie-Regiment "Kaiser Friedrich III." ebenfalls in Konstanz. Sein Bruder
wurde in dieser Funktion auch noch bei Beginn des 1. Weltkriges im Sommer 1914
eingesetzt. Dort wurde er am 8. Oktober 1914 zum Oberleutnant befördert. Er
heiratete als Hauptmann am 11. Dezember 1915 die acht Jahre jüngere Elisabeth
Franziska Faelligen, Tochter vom Kaiserlichen Bankdirektor Karl Gustav
Robert Faelligen, in Freiburg. Nach dem Krieg
schied er aus der Armee aus. Dabei wurde ihm der Charakter als Major verliehen.
Literatur und Quellen:
Hans H. Hildebrand: Deutschlands Admirale 1849–1945. Band
2: P–Z (Packroß bis Zuckschwerdt). Biblio Verlag, Osnabrück 1990
Chroniken
der deutschen Marinebesatzung 1907
Pers 6/2456