Wolf, Ernst
| * 21. Juli 1886, Dresden-Cotta + 29. Juli 1964, Hagen in Westfalen |
Ernst Wolf trat am 1. April 1906 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Er absolvierte seine Grundausbildung sowie seine Bordausbildung auf der als Schulschiff genutzten Gedeckten Korvette SMS Stosch. Anschließend besuchte er zwischen dem 18. März 1907 und dem 30. September 1908 die Marineschule in Kiel, auf der er am 6. April 1907 zum Fähnrich zur See ernannt wurde. Nach dem Abschluß der Marineschule wurde Ernst Wolf auf den Kleinen Kreuzer SMS Stettin versetzt und dort am 30. September 1909 zum Leutnant zur See befördert. Ab dem 1. Oktober 1911 diente er als Kompanieoffizier in der II. Torpedo-Division, wo er mehrfach kurzzeitig als Wachoffizier auf dem Großen Torpedoboot SMS G 113 eingesetzt wurde. Am 19. September 1912 erfolgte seine Beförderung zum Oberleutnant zur See. Unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er als Wachoffizier auf das Große Torpedoboot SMS G 113 versetzt und wechselte am 22. September 1914 als Wachoffizier auf das Torpedoboot SMS V 28. Im Juni 1915 übernahm er das Kommando über das Torpedoboot SMS V 30 und im Juni 1916 über das Torpedoboot SMS V 26. Dieses Boot kommandierte er bis Dezember 1918, also bis über das Kriegsende hinaus. Am 13. Juli 1916 war er zum Kapitänleutnant befördert worden. Für die Zeit von Dezember 1918 bis 14. Juli 1919 lassen sich für Ernst Wolf keine Kommandos ermitteln. Danach wurde er Referent im Personalamt der Marinestation der Nordsee und am 7. September 1920 Navigationsoffizier auf dem wieder in Dienst gestellten Kleinen Kreuzer Hamburg. Er gehörte vom 1. Oktober bis zum 16. Dezember 1921 dem Besatzungsstamm der 4. Halbflottille an und wurde anschließend mit der Führung der II. Flottille beauftragt. Danach war er vom 1. April bis zum 26. September 1922 Kompanieführer in der II. Abteilung der Schiffsstammdivision der Nordsee und gehörte anschließend erneut bis zum 14. Februar 1923 zum Besatzungsstamm der 4. Halbflottille. Ab dem 15. Februar 1923 war Ernst Wolf dann Chef der 4. Halbflottille, bis er am 10. November 1924 als Kompanieführer in die II. Abteilung der Schiffsstammdivision der Nordsee versetzt wurde. Ab dem 1. April 1925 diente er als 3. Admiralstabsoffizier im Stab des Flottenkommandos, wo er am 1. August 1925 zum Korvettenkapitän befördert wurde. Am 27. September 1926 wurde er Chef der I. Torpedobootsflottille und am 6. Oktober 1929 Kommandeur der Torpedo- und Nachrichtenschule in Flensburg. Am 1. Mai 1930 folgte seine Beförderung zum Fregattenkapitän. Am 21. März 1932 ernannte man Ernst Wolf zum Leiter der Reichsmarinedienststelle Bremen (ab 1. Juni 1935 Kriegsmarinedienststelle Bremen). Am 1. Oktober 1932 wurde er hier zum Kapitän zur See und am 1. Juni 1936 zum Konteradmiral befördert. Am 5. Oktober 1936 wurde Ernst Wolf zum Admiral der Kriegsmarinedienststelle Hamburg ernannt. Am 1. Januar 1939 wurde ihm der Charakter als Vizeadmiral verliehen, das Patent zu diesem Dienstgrad erhielt er am 1. Januar 1941. Am 31. August 1942 wurde er aus dem aktiven Wehrdienst entlassen und anschließend zur Verfügung der Kriegsmarine gestellt. Als z.V.-Offizier war Vizeadmiral Wolf vom 1. Oktober 1942 bis zum 28. Februar 1945 Reichskommissar am Prisenhof in Hamburg. am 31. März 1945 folgte seine endgültige Verabschiedung.
Literatur und Quellen:
Dermot Bradley, Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945 Band 3: P-Z Biblio Verlag, Osnabrück 1990