Jesser, Curt
| * 4. November 1890, Wadowice in Polen + 18. August 1950, Wien |
Curt Jesser trat am 18. August 1909 als Kadett-Offiziersstellvertreter in das K.k. Landwehrinfanterie-Regiment "Eger" Nr. 6 ein, in dem er am 1. November 1910 zum Leutnant und am 1. August 1914 zum Oberleutnant befördert. Mit dem Regiment zog er im August 1914 ins Feld. Ab dem 1. Mai 1915 diente er als Kompanie-Kommandant. Am 11. Januar 1916 kam er als Nachrichten-Offizier in den Generalstab der österreichischen 7. Armee. Am 1. Juni 1917 wurde er als Kompaniechef zum 4. Schlesischen Infanterie-Regiment Nr. 157 kommandiert. Hier wurde er am 1. November 1917 zum Hauptmann befördert. Am 25. Juli 1918 folgte die Kommandierung zum MG-Kurs nach Bruck an der Leitha und am 13. Januar 1919 die Versetzung in das Volkswehr-Bataillon 5 in Wien. Am 1. September 1920 wurde er in das österreichische Bundesheer übernommen und im Brigadekommando 1 eingesetzt. Am 9. Juli 1921 zum Major befördert, wurde er am 16. Juni 1923 Bataillons-Adjutant im Infanterie-Regiment 5. In diesem Regiment diente er ab dem 1. August 1925 als Kompanie-Kommandant. Ab dem 1. März 1933 war er Kompanie-Kommandant im Kraftfahr-Bataillon 3 in Stockerau, wo er am 1. Juli 1937 zum Oberstleutnant befördert wurde. Am 15. März 1938 wurde er in die Wehrmacht übernommen und als Interimskommandeur des bisherigen österreichischen Kraftfahr-Bataillons 3 eingesetzt. Ab dem 3. Mai 1938 war er beurlaubt. Am 1. August 1938 wurde er in das Schützen-Regiment 11 versetzt. Am 10. November 1938 folgte seine Versetzung in den Stab des Panzer-Regiments 2 und am 1. August 1939 seine Beförderung zum Oberst. Beu Ausbruch des Polenfeldzuges am 1. September 1939 wurde er in die Führerreserve versetzt. Am 10. Februar 1940 wurde er zum Panzer-Regiment 36 kommandiert, dessen Kommandeur er am 15. Februar 1940 wurde. Oberst Jesser führte das Regiment während des Frankreichfeldzuges, des Balkanfeldzuges und ab Juni 1941 in Rußland. Für die Leistungen seines Regiments wurde ihm am 29. November 1941 das Deutsche Kreuz in Gold und am 18. Januar 1942 das Ritterkreuz verliehen. Am 25. April1 942 gab er das Kommando über das Regiment ab und wurde in die Führerreserve versetzt Ab dem 11. Mai 1942 war er Kommandeur der Schnellen Truppen im Wehrkreis XIII. Am 1. Dezember 1942 zum Generalmajor befördert, wurde er am gleichen Tag mit der Führung der 386. Infanterie-Division beauftragt. Diese befand sich zur Aufstellung im Raum Frankfurt an der Oder. Nach der Auflösung der Division bzw. deren Eingliederung in die 3. Infanterie-Division am 28. Februar 1943 wurde Generalmajor Jesser wieder in die Führerreserve versetzt. Am 30. April1 943 wurde er zur Heeresgruppe D kommandiert und am 24. August 1943 mit der stellvertretenden Führung der 155 Reserve-Panzer-Division betraut. Die Division befand sich als Besatzungstruppe in Frankreich. Am 6. September 1943 wurde er erneut in die Führerreserve versetzt und am 1. Januar 1944 zum Stab des Militärbefehlshabers Frankreich kommandiert. Ab Juni 1944 kommandierte er die Sicherungs-Brigade 74 in Frankreich. Nach der Auflösung des Stabes am 4. Oktober 1944 blieb er ohne weitere Verwendung, bis er am 2. Januar 1945 zum Kommandanten des Festungsabschnitts Steiermark ernannt wurde. Nach Kriegsende blieb er zunächst auf freiem Fuß, wurde am 22. Oktober 1945 jedoch verhaftet und am 17. März 1949 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.
Ritterkreuz (18. Januar 1942)
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/10847 - Hei – Kar
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
http://www.geocities.ws/orion47.geo/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor2/JESSER_KURT.html
Dermot Bradley (Herausgeber, Autor), Markus Rövekamp (Herausgeber), Ernest
Henriot (Herausgeber), Karl F Hildebrand (Autor): Deutschlands Generale und
Admirale: Teil IV /Band 6: Die Generale des Heeres 1921-1945. Hochbaum -
Klutmann, Biblio-Verlag, Bissendorf 2002